Freiburger bejubeln den Papst

Freiburg (dapd). Kaum ist das weiße Dach des Papamobils in den engen Gassen vor dem Freiburger Münster zu sehen, beginnen auch schon die Jubelrufe. Jugendliche skandieren „Benedetto“ und klatschen in die Hände. Ältere Besucher winken aufgeregt mit weiß-gelben Fähnchen. Als Benedikt XVI. dann aus dem panzerverglasten Fahrzeug steigt, wird es plötzlich andächtig still auf dem Platz.“Die sechs Jahre als Papst haben ihre Spuren hinterlassen“, flüstert Maria Desilva einer Bekannten zu. Seit drei Stunden haben die beiden vor dem Münster ausgeharrt, um einen guten Blick auf das Oberhaupt der katholischen Kirche erhaschen zu können. „Der Mann ist 84 Jahre alt“, mischt sich eine Pfarrersfrau aus Freiburg in das Gespräch ein. „Ich bewundere, dass er das Programm so durchzieht.“Ursula Wolf aus dem 15 Kilometer entfernten Ehrenkirchen ist von der Stippvisite des Papstes „hin und weg“, wie sie sagt. „Es spricht mich an, wie die Katholiken feiern. Die Evangelen sind da ja eher etwas nüchterner.“Schon auf dem Weg zum Freiburger Münster war der Papst laut Polizei von rund 21.000 Besuchern, die hinter den Absperrungen standen, begrüßt worden. Freudig schwenken auch sie die Fähnchen mit dem Wappen des Papstes, die die Helfer in orangenen Jacken und T-shirts zuvor verteilt hatten. „Mach ein Foto“, ruft ein junger Mann aufgeregt, als Benedikt im Papamobil durch die Innenstadt fährt. Auf seinem Rücken trägt er seinen Freund, der ein Handy in die Höhe hält.Am Münsterplatz stehen 70 Männer der Badisch-Hessischen Bürgerwehr in Reih und Glied und halten dem Papst zu Ehren ihre Korpsfahnen in die Höhe. „Die Säbel mussten wir aus Sicherheitsgründen zu Hause lassen“, sagt Kommandant Dieter Waltsgott. „Nicht, dass noch was passiert.“Die Nachricht vom Zwischenfall in Erfurt – am Morgen hatte ein Mann mit einem Luftgewehr vier Schüsse auf Sicherheitsposten abgegeben – hat sich am Münster schon herumgesprochen. Dennoch fühlen sich die Besucher sicher. „Hier ist rundherum alles so gut abgesichert. Wir machen uns gar keine Sorgen“, sagt Oliver Epking aus Bad Bellingen im Markgräflerland.“Die Stadt Freiburg hat sich so gut auf die Veranstaltung vorbereitet, da kann nichts passieren“, meint Stadtrat Kai-Achim Klare, der auch unter den 3.000 geladenen Gästen am Münsterplatz ist. „Aber da, wo Menschen zusammenkommen, bleibt natürlich immer eine Restgefahr.“Während Papst Benedikt das Angelus-Gebet spricht, sind auf dem Dach des Münsters immer wieder vermummte Scharfschützen zu erkennen, die durch Ferngläser blicken. „Wenn man genau hinschaut, sieht man in den Dachgeschoss-Fenstern noch mehr“, sagt Johannes Lohrer aus Schönstadt.Er ist mit kurzen Besuch des Papstes am Münster ganz zufrieden, erhofft sich aber noch mehr Antworten. „Es treten so viele Katholiken aus der Kirche aus. Zu dem Thema muss er einfach noch etwas sagen.“ Benedikt XVI. bedankte sich zunächst jedoch nur für die herzliche Aufnahme in Freiburg, wo er sich „von Sonne und Wärme beleuchtet“ fühlte. Nach rund 20 Minuten Aufenthalt bahnt sich das Papamobil dann seinen Weg Richtung Priesterseminar.“Das war es schon“, sagt ein Mann in der Menge. Jetzt macht sich bei manchen ein wenig Enttäuschung breit. „Es war viel zu schnell aus“, sagt Erwin Ackermann aus der Schweiz, der hinter einer der Absperrungen in der Innenstadt gestanden hatte.Auch die 17 Jahre alte Bernadette Weber ist ein wenig traurig, dass sie nur einen kurzen Blick auf den Papst werfen konnte. Mit der ganzen Familie war sie am Morgen extra aus Germersheim in Rheinland-Pfalz nach Freiburg gefahren.dapd

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