Im Iran verurteilte US-Wanderer sollen in nächsten Tagen freikommen

Zwei wegen angeblicher Spionage im Iran zu langen Haftstrafen verurteilte US-Bürger kommen offenbar bald gegen Zahlung einer Kaution frei. Shane Bauer und Josh Fattal würden „in zwei Tagen“ auf freien Fuß gesetzt, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag im US-Sender NBC. Nach Angaben ihres Anwalts müssen die US-Bürger dafür eine Kaution von je 500.000 Dollar (370.000 Euro) hinterlegen.
„Ich bemühe mich darum, ihre Freilassung binnen zweier Tage zu ermöglichen, damit sie nach Hause zurückkehren können“, sagte Ahmadinedschad auch der US-Tageszeitung „Washington Post“. Dabei handle es sich „selbstverständlich um eine einseitige humanitäre Geste“. Ein Berater der iranischen Präsidentschaft bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Freilassung „in den kommenden Tagen“ erfolgen solle.
Nach Angaben des Anwalts der beiden US-Bürger, Masud Schafii, sollen sie vor ihrer Freilassung eine Kaution von jeweils 500.000 Dollar (370.000 Euro) hinterlegen. Dann könnten sie trotz des noch ausstehenden Urteils eines Berufungsgerichts in die USA zurückreisen, sagte Schafii AFP unter Berufung auf einen Beschluss der iranischen Justizbehörden.
Die US-Regierung bemühte sich nach eigenen Angaben um eine Bestätigung. „Wir kennen die Presseberichte und bemühen uns gemeinsam mit der Schweiz um weitere Angaben von den iranischen Behörden“, erklärte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Auch die Schweizer Botschaft in Teheran, welche die Interessen der USA im Iran vertritt, teilte mit, dass sie versuche, eine Bestätigung zu erhalten.
Bauer und Fattal waren im Juli 2009 an der irakisch-iranischen Grenze festgenommen worden, wo sie sich nach eigenen Angaben auf einer Wanderung befanden. Im vergangenen August wurden sie wegen illegalen Grenzübertritts und Spionage vom Teheraner Revolutionsgericht zu acht Jahren Haft verurteilt. Gegen das Urteil gingen sie in Berufung. Die Entscheidung steht noch aus.
Mit den beiden 29-Jährigen war auch die US-Bürgerin Sarah Shourd festgenommen worden. Sie kam im September 2010 aus gesundheitlichen Gründen gegen Zahlung einer Kaution von rund 500.000 Dollar frei und kehrte in die USA zurück. Der Prozess gegen sie wurde daraufhin in Abwesenheit fortgesetzt.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.