Zentralbanken versorgen Banken mit zusätzlichen Dollars

In einer gemeinsamen Aktion wollen die führenden Zentralbanken der Welt Kreditinstitute mit Geld versorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe entschieden, in Absprache mit den Zentralbanken aus den USA, Großbritannien, Japan und der Schweiz Banken mit zusätzlichen Dollars auszustatten, teilte die EZB in Frankfurt am Main mit. Die Börsen kletterten nach der Ankündigung deutlich nach oben.
Im Oktober, im November und im Dezember sollen sich die Banken der EZB zufolge zu einem festen Zinssatz bei ihr mit Geld versorgen können. Damit wollen die Währungshüter die Liquidität der Banken gewährleisten. Vor allem europäischen Kreditinstituten war es zunehmend schwer gefallen, sich Geld in den USA zu leihen. Ihre dortigen Geschäftspartner, vor allem US-Fonds, hatten in den vergangenen Wochen zögerlicher Geld nach Europa verliehen. Grund für die Zurückhaltung war die Sorge, die europäischen Institute könnten aufgrund der Euro-Schuldenkrise in Schwierigkeiten geraten.
Erst am Montag hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet betont, die Zentralbanken seien dazu bereit, in Schwierigkeiten geratenen Banken Geld bereitzustellen. In den vergangenen Wochen hatte die EZB bereits zwei Mal Institute mit Dollars ausgestattet. Am Mittwoch bewilligte sie eine Zahlung von 575 Millionen Dollar an zwei Banken der Euro-Zone. Zuvor waren am 17. August 500 Millionen Dollar an ein Institut gegangen. Er war das erste Mal seit Februar, dass die Zentralbank dieses geldpolitische Instrument anwenden musste.
Nach der Ankündigung der Währungshüter stiegen die Börsenkurse merklich an. Der deutsche Leitindex Dax legte am Donnerstagnachmittag an der Frankfurter Börse um rund drei Prozent auf knapp 5500 Punkte zu. Am deutlichsten kletterten dabei die Werte der Banken nach oben. Der Kurs der Deutschen Bank steigerte sich um zwischenzeitlich 11,9 Prozent, der Kurs der Commerzbank ging einstweilen um neun Prozent nach oben.
Der französische Leitindex CAC-40 ging am Handelsplatz in Paris um 3,3 Prozent nach oben. In London stieg der Leitindex FTSE-100 um 2,6 Prozent. Der Dow Jones in New York arbeitete sich nach Handelsstart um knapp ein Prozent nach oben.

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